Mittwoch, 30. April 2014

Raus aus dem Trott!


Als ich mit meinem Studium fertig war, hatte ich noch eine ziemlich verklärte Vorstellung davon, was es heißt selbstständig zu sein. Nämlich in etwa so: Morgens sitze ich mit meinem Laptop in meinem Lieblingscafé (damals wusste ich noch nicht, dass ich irgendwann auf dem Dorf wohnen würde - ohne Lieblingscafé), trinke einen Latte Macchiato und lasse mich inspirieren. Die Geschichten sollen ja bekanntlich auf der Straße liegen. Abends sitze ich dann noch ganz entspannt auf meinem Sofa und checke E-Mails. Ich lerne spannende Leute kennen, werde zu coolen PR-Veranstaltungen eingeladen und so weiter und so fort. Dass man um jeden Auftrag wie blöde kämpfen muss, niemals Feierabend hat und vom Finanziellen will ich jetzt mal gar nicht anfangen, wusste ich noch nicht oder ich habe es einfach ignoriert. Es hörte sich einfach zu schön an.

Mittlerweile bin ich in der glücklichen Lage, dass ich meinen Job nur noch mache, weil ich das möchte. Termindruck gibt es zwar immernoch, aber ich muss nicht Betrag XY verdienen, um über die Runden zu kommen. Das macht mein Mann. Ich mache das Schreiben nur für mich und um am Ball zu bleiben, wenn die Jungs in 100 Jahren das Haus verlassen. Anstrengend ist die ganze Sache trotzdem, weil ich zu Hause in meinem Büro sitze und theoretisch 1000 andere Dinge machen könnte und eigentlich auch müsste, wie die ungeliebte Hausarbeit.




Gestern habe ich endlich das getan, was lange überfällig war: Der Computer blieb aus, einen ganzen Tag lang. Da meine Nacht sowieso schrecklich kurz war, ging es nachdem die Jungs in Schule und Kindergarten waren, zurück ins Bett. Lesen, dösen, aus dem Fenster gucken. Nach dem Aufstehen habe ich mir einen leckeren Smoothie gemacht und Maiglöckchen und Flieder in unserem Garten gepflückt. Und dann habe ich endlich meine angesammelten Papier-Schätze herausgekramt und (mal wieder) mit einem Album für 2014 angefangen. Ruckzuck war der Vormittag um und ich habe endlich nur das gemacht, worauf ich Lust hatte.

Der einzige Haken an der Sache: Wenn Ihr morgen am 1. Mai grillt, ein Bierchen trinkt, mit Eurer Familie unterwegs seit oder sonstwas unternehmt, muss ich hier sitzen und meine Aufträge abarbeiten. Aber so ist das nunmal, ich habe mich langsam daran gewöhnt.

Ich wünsche Euch ein schönes, langes Wochenende mit hoffentlich viel Sonne!
Kommentare on "Raus aus dem Trott!"
  1. Vielleicht tröstet es dich ja, dass ich morgen auch am Schreibtisch sitzen und arbeiten werde. Genau wie du muss ich die Arbeit dann machen, wenn sie anfällt, ob da nun Feiertag ist, ich krank bin oder sonst etwas. Dafür kann ich dann aber auch mal zum Frisör während andere arbeiten oder nachmittags mit dem Tochterkind zum Reiten. Dein freier Tag hört sich jedenfalls schön an!
    Liebe Grüße,
    Dani
    P.S. zum Grillen ist das Wetter morgen sowieso zu schlecht, also ist der Schreibtisch nicht der schlechteste Ort :-)

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  2. Auch ich sitze am Schreibtisch. Per Fernstudium studirren heißt eben auch dann studieren, wenn Zeit ist und die Kinder beschäftigt sind. In diesem Fall mit dem Mann Kuchen backen und gleich den kleinen Cousin besuchen. Dafür aber eben auch Zeit für die Kinder haben, wenn andere den ganzen Tag im Kiga oder Schule sind.
    Mit der Selbstständigkeit muss ich mich gerade auch auseinandersetzen. Leider muss ich dabei aber das Finanzielle besonders im Auge behalten.

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Schön, dass Ihr bei mir vorbeischaut. Ich freue mich über Eure Nachricht!

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