Mittwoch, 30. Januar 2013

Familienessen: Heute zu Gast bei Applewood House

Ihr Lieben, das Familienessen geht heute in eine neue Runde und zu Gast ist Isabelle mit ihrem hinreißenden Blog Applewood House. Ich liebe ihre wunderschönen Fotos und die leckeren Rezepte und freue mich sehr, dass sie uns ihr allerliebstes Familienessen und das ihrer drei Töchter gezaubert hat. Und ganz nebenbei macht Isabelle mir Hoffnung, dass das Herumgemäkel mit steigendem Alter der Kinder auch mal nachlässt.




Welches ist Euer absolutes Lieblingsessen, das bei der ganzen Familie, vor allem bei Deinen Kindern Begeisterungsstürme auslöst?

Alle Familienmitglieder beim Essen gleichermaßen zu begeistern ist ein extrem schwieriges Unterfangen. Bei süßen Desserts gelingt es viel leichter als bei gesunden und ausgewogenen Hauptgerichten. Im Winter kommt ein Shepherd’s Pie aber bei allen sehr gut an, alle freuen sich und essen unglaubliche Mengen ruckizucki ohne Meckern und Maulen auf.


Wie experimentierfreudig sind Deine Kinder? Probieren sie alles aus oder gibt es Protest?

Da gibt es bei uns die unterschiedlichsten Modelle! Zunächst haben alle drei Kinder bis zum ersten Kindergartentag alles, aber auch wirklich alles gegessen. Das hat sich im Kindergarten leider schlagartig geändert, was nicht am Kindergarten selbst sondern vielleicht eher an den Sprüchen der größeren Kinder wie „Paprika? Das kann man doch nicht essen!“ lag. Einen Gemüse- oder Obstteller für alle gab es da leider nicht. Vielleicht ist es aber auch einfach das Alter gewesen, mit drei Jahren testet man dann auch mal eher die eigenen persönlichen Vorlieben und Abneigungen aus.

Inzwischen ist es so, dass unsere Älteste (12) fast alles isst, manches lieber als anderes, aber immerhin alles probiert. Und für ihr Alter hat sie auch schon einen erstaunlich guten Geschmack entwickelt, für einen Teller voll Scampi und einen Rucola-Salat lässt sie jeden Burger stehen. Bei unserer Mittleren (9) wird es auch immer einfacher, das Mäkeln wird weniger und sie isst auch ausgesprochen gerne z.B. Mexikanisch oder Thailändisch. Und die Kleine (seit heute 6!) sagt zur Zeit eigentlich immer erstmal „mag ich nicht“. Und isst vieles dann doch.

Welche Nahrungsmittel gehen bei Euch Zuhause gar nicht?

Viele Gemüsesorten haben es nicht nur bei den Kindern sondern auch bei meinem Mann ziemlich schwer. Brokkoli wird (außer von der Kleinen) nur mit ganz langen Zähnen gegessen, Rosenkohl gar nicht (mochte ich als Kind aber auch noch nicht), zu meinem Leidwesen mag auch niemand Spargel. Ich persönlich mag keinen Leberkäse, da könnte ich mich schon allein beim Geruch schütteln. Ich bin aber sowieso kein großer Fleischesser. Und Sauerkraut, das mag ich auch nicht und koche es entsprechend auch so gut wie nie. Das wiederum findet mein Mann sehr schade.

Welcher Kochtyp bist Du? Planst Du Eure gemeinsamen warmen Mahlzeiten im voraus oder entscheidest Du spontan?

Sowohl als auch. Ich habe schon meistens einen groben Plan für die Woche, wonach ich dann auch einkaufe, doch Ihr kennt das ja bestimmt: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Irgendein Termin kommt dazwischen oder verschiebt sich, irgendwer hat eine Sonderprobe bei der Musikschule oder beim Ballett, der Termin beim Kieferorthopäden dauert gefühlte drei Jahre oder es kommt überraschend Besuch vorbei. Und schon passt der Plan nicht mehr. Da hilft es, immer einen Plan B zu haben, einen gut gefüllten Vorratsschrank in dem immer die Zutaten für ein paar einfache Standardgerichte vorhanden sind. Und manchmal, manchmal da habe ich abends auch einfach mal keine Lust zu Kochen. Dann bestelle ich etwas bei unserem Lieblingsitaliener und mache mir einen schönen Abend. Das muß auch mal sein.

Wie wichtig sind Euch feste Rituale am Tisch, wie zum Beispiel gemeinsames Tischdecken, ein Tischspruch (wie im Kindergarten) oder ein Gebet?

Essen wir gemeinsam, übernimmt eines der Kinder das Tischdecken. Die Kinder geben sich dabei immer große Mühe und legen schon ganz schön viel Wert auf Servietten, Kerzen und Blumen. Wichtig ist uns auch, gemeinsam mit dem Essen zu beginnen, erst wenn alle am Tisch sind und etwas zu essen haben, dann auch oft mit einem Gebet. Das fällt je nach Kind sehr unterschiedlich aus, unsere Mittlere ist immer für die schnelle Variante „Essen, Trinken, Amen“.

Was hast Du als Kind gerne gegessen?

Ich habe mich als Kind ganz furchtbar angestellt beim Essen, meine Mutter tut mir immer noch richtig leid deswegen! Ich habe jahrelang kein Fleisch gegessen und meine Mutter, die als Kinderkrankenschwester immer Panik vor einer Mangelernährung hatte, schaffte es sogar schon Ende der 70er Jahre irgendwo bei uns in der westfälischen Provinz Tofu aufzutreiben. Die Tofu-Fleischwurst habe ich allerdings auch komplett verschmäht, die war so was von eklig. Ich habe meine arme Mutter auch gezwungen aus der Königsberger-Klopse-Sauce die Kapern komplett herauszufiltern. Und sie hat es auch wirklich getan. Ich glaube, wäre ich nicht das vierte Kind gewesen und meine Mutter hätte gewusst, das sich die meisten Marotten wieder geben, sie wäre wahrscheinlich verzweifelt. Jahrelang habe ich auch Nudeln immer nur ohne Sauce gegessen, sogar wenn es Miracoli gab, was bei uns damals ein absolutes Highlight war und nur ganz selten mal ins Haus kam. Meine großen Schwestern konnten das gar nicht verstehen, haben mich für total bescheuert erklärt und sich über die Extra-Sauce gefreut.

Richtig gerne habe ich aber immer Spinat gegessen, mit Rührei statt mit Spiegelei wie alle anderen in der Familie.

Als ich früher krank war, hat mir meine Mutter immer Grießpudding gemacht und mir ging es ein kleines bisschen besser. Gibt es bei Euch auch so ein "Tröster-Essen"?

Porridge. Schöner warmer Porridge, etwas gesüßt und mit ein bisschen Obst. Meine Mutter ist Britin, deswegen hatte und hat so ein feiner Porridge einen ganz hohen Stellenwert bei uns, als Frühstück oder eben als Soulfood.

Wie wichtig ist für Dich und Deine Familie gesunde, ausgewogene Ernährung und wie setzt Du sie um?

Natürlich ist mir eine gesunde und ausgewogene Ernährung sehr wichtig. Ich achte sehr auf ein gutes Frühstück (zumindest bei den Kindern) und es gibt zu jeder warmen Mahlzeit einen frischen Salat. Mir ist es wichtig, den Kindern beizubringen, welche Lebensmittel gut für sie sind und welche nicht. Zum Beispiel daß Mais kein Gemüse ist und Baguette nicht alleine sattmachen soll. Das extra Kinderlebensmittel überflüssig sind und bestimmt nicht gesünder als andere Lebensmittel, sondern meist nur teurer und mit vielen künstlichen Zusatzstoffen. Ich koche normalerweise nicht mit Fixtütchen und Geschmacksverstärkern, sondern mit frischen und getrockneten Kräutern.

Dabei ist es mir aber gleichzeitig auch wichtig, nicht päpstlicher als der Papst zu sein. Es darf auch mal Miracoli geben oder eine schöne Currywurst aus der Pommesbude. Grundsätzlich soll Essen Spaß machen und gerade das Familienessen soll keine verkniffene Angelegenheit sein sondern eine entspannte Auszeit für alle. Sich den ganzen Tag lang Sorgen zu machen, was genau jetzt gesund ist und sich ständig alles zu verkneifen kann auch nicht gut sein. Es ist gut und wichtig, gewisse Grundregeln beim Essen zu haben. Es darf aber auch mal Ausnahmen geben. Und es gibt bei uns auch Süßigkeiten, Kuchen und Kekse. Ich finde es sinnvoller, den Kindern ein Stückchen guter Schokolade oder selbstgebackenes Gebäck zu gönnen als irgendwelche bis zum Gehtnichtmehr verarbeiteten industriellen Fertigprodukte voller leerer Kohlenhydrate, die dann im Körper sowieso zum größten Teil zu Zucker umgewandelt werden. 

Welches ist für Euch als Familie die wichtigste Mahlzeit am Tag und warum?

Wochentags ist für uns als ganze Familie das Frühstück die wichtigste Mahlzeit. Da sitzen wir nämlich auf jeden Fall alle zusammen am Tisch. Abends ist das leider nicht immer der Fall. Das bedauern wir oft, es lässt sich nur leider aus beruflichen Gründen nicht ändern. Am Wochenende versuchen wir aber meistens, wenigstens einen Familienabend zu haben, mit gemeinsamem Abendessen und Spielen oder einem guten Film.


Isabelles liebstes Familienrezept: 


 



Kommentare on "Familienessen: Heute zu Gast bei Applewood House"
  1. Sehr gut, das werde ich mal ausprobieren und vielen Dank fürs Interview! Schöne Grüße

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  2. Ein ganz wunderbares Interview, vielen Dank dafür. Nachdem meine drei grossen Kinder in fast dem gleichen Alter sind (11, 9, 5) habe ich diesen Post mit besonderem Interesse gelesen.

    Liebe Grüsse an euch beide von
    Frau Süd

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  3. Schönes Interview! Das Rezept hört sich super an! Zumindest die Zutaten werden hier alle gemocht, auch wenn es manchmal daran scheitert, dass die Zubereitung ein klitzekleines bisschen abweicht :-)
    Liebe Grüße!

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  4. Tolles Interview und sicher TOTAL lecker!!!
    LG♥Doris

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  5. Ui, das ist ein Gericht das hier auch gehen könnte und just heute hab ich vom Mittagessne noch Kartoffelbrei übrig... ob das auch mit Hühnchen geht...? Das probiere ich aus. Danke für die Anregung udn Viola fürs Interviewen!

    Lieber Gruß, Katja

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  6. ..ein richtig schönes interview und ein toller einblick in isabelles familienleben.. danke! :) und wie wunderbar, dass die 3 mädels schon jetzt so viel wert auf einen schön gedeckten tisch legen.. sehr toll! :)
    ich freu mich auf weitere interviews und lasse euch beiden liebe grüße da.. gesa

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  7. YUM! Erinnert mich sehr an meine US Zeit... :) Und das Interview ist auch sehr nett! Viola - ich freu' mich echt, dass Du Dich gemeldet hast bezüglich des Bloggertreffens. Ich schiech Dir gleich noch eine mail. Liebe Grüße, Anette

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Schön, dass Ihr bei mir vorbeischaut. Ich freue mich über Eure Nachricht!

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